Comedy Live - Hoëcker - 01.02.17

Bernhard Hoëcker - So liegen Sie richtig falsch

Mit dem Smartphone bis in die Steinzeit

Bernhard Hoëcker begeisterte rund 300 Zuschauer im Bürgerhaus beim Comedy-Abend des Fördervereins des SV Endingen

Der Comedian Bernhard Hoëcker brauchte nur die Bühne zu betreten, da jubelten ihm die Zuschauer im voll besetzten Endinger Bürgerhaus bereits frenetisch zu. "Ich habe doch noch gar nichts gemacht", protestierte der Komiker, der aus dem Fernsehen vielen Zuschauern bekannt ist – und wieder erntete er Applaus und großes Gelächter. Bernhard Hoëcker gastierte am Mittwochabend mit seinem Programm "So liegen Sie richtig falsch" und nutzt dabei die neuesten technischen Errungenschaften.

Was beim Betreten des Bürgersaals als Erstes ins Auge stach, war der immense technische Aufbau, der für den allein und ohne Requisiten auf der Bühne stehenden Komiker Bernhard Hoëcker installiert worden war. Türme von Lautsprechern, eine riesige Mischpultzentrale, eine professionelle Beleuchtung und eine große Leinwand mit Beamer auf der Bühne gehörten zum technischen Equipment. Wofür das alles gebraucht wurde, zeigte sich im Verlauf des Abends.

Im interaktiven Teil des Abends konnten sich die Zuschauer mit ihrem Smartphone auf der Hoëcker-Seite einloggen und an einer Umfrage teilnehmen, deren Ergebnisse unmittelbar auf der Bühne verwertet wurden. So offenbarte Hoëcker zum Beispiel vor der Pause die erheiternde statistische Erhebung, welche der Toilettenkabinen am häufigsten ausgesucht würden. In der Pause wurde die Wahl der Kabine bei den Anwesenden abgefragt. Und siehe da, es bestätigte sich, dass das menschliche Gehirn bestimmten Mustern folgt – womit man mitten im zentralen Thema des Programms "So liegen Sie richtig falsch" war. Hoëcker analysierte auf humorvolle Weise die Denkstrukturen des Menschen, wobei er dabei zumeist auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgriff.

Mit seinen Fingern darstellend entlarvte der Comedian zu Beginn durchaus nachvollziehbar, dass die Zeichensprache keinesfalls international ist und welche Verwirrungen der Kommunikation sich daraus ergeben können. Auch bei in Deutschland gebräuchlichen Anglizismen heißt es aufpassen: Beispielsweise bezeichnet "Public Viewing" in den USA das Aufbahren eines Verstorbenen, um Abschied zu nehmen. Mit dem Hinweis auf den HSV hatte Bernhard Hoëcker dann die Lacher erneut auf seiner Seite.

Die wundersame Vermehrung durch Kontaktreliquien und ihre Folgen, Verschwörungstheorien zu Angela Merkels typischer Handhaltung, archäologische Fehldeutungen, die bis heute weitergegeben werden oder weit verbreitete Klischees kamen unter vielem anderem auf den Prüfstand und sorgten für witzige Erhellungen. Auch das Publikum, das begeistert mitmachte, blieb von Hoëckers scharfsinniger Analyse nicht verschont.

Und dass sich seit der Steinzeit nicht allzu viel geändert hat, war vielleicht für manchen beruhigend zu erfahren: Laut Hoëcker passte der Steinzeitmann auf die Kinder auf, während die Steinzeitfrau mit dem Speer den Bio-Mammut jagte. Und wie dieser seine Aufgabe meisterte, ist bis heute sichtbar: "Die Kinder haben die Wände angemalt und er hat‘s nicht bemerkt."

Jubelnder Applaus und Rufe nach einer Zugabe belohnten Bernhard Hoëcker am Ende des kurzweiligen zweistündigen Programms. Seinen Dank an den Förderverein des SVE, der den Abend veranstaltete, sowie an die zahlreichen Helfer verpackte der Comedian wiederum in die unterhaltsame Zugabe und verabschiedete sich mit einem Song ans Publikum.

Quelle: Badische Zeitung - 03.02.2017/ Foto  - Christiane Franz

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Organisator Martin Burkhard vom SVE Förderverein und Jugendleiter Michael Pfetzer übergeben eine 500 € Spende vom Eintrittsgeld des Abends an die Stiftung "Tigerherz ... wenn Eltern Krebs haben"

Quelle: Foto - Kunibert Ständer